Buchempfehlung von Dr. Herbert Clasen

Angelika Thum-Lutz: Pflege das Leben, wo du es triffst – auch über den Tod hinaus, 16,90 €i

 

Der Titel des Buchs führt schon etwas in die Irre, dass man den Eindruck haben kann, dass es sich primär auf den Pflege-/Verwaltungs-Bereich konzentriert.

Das ist aber nicht der Fall.

Denn das Buch zerfällt in den Pflege-Bereich mit 31 Seiten und in die LebensWirklichkeit von Seniorinnen und Senioren mit 239 Seiten.

Die Darstellungen sind reale Fälle; die Namen der beschriebenen Personen sind anonymisiert.

 

Die einzelnen Geschichten, die alle in Köln stattgefunden haben,  werden in 12 Kapiteln behandelt - meist mit 11 bis 24 Seiten – aber es gibt auch ausführlichere Kapitel.

Dies Alles ist in seniorengerechte große Schriftgröße gedruckt, sodass man die Kapitel bequem lesen kann. Dies übernehme ich.

Die große Nähe des Buches zur Lebenswirklichkeit von Seniorinnen und Senioren möchte ich an einer Geschichte deutlich machen.

 

Die Überschrift heißt einfach: „Waltraut und Eberhard Schmitz“.

Die beiden sind hochaltrig. Der Ehemann ist älter als seine Ehefrau.  Die Wohnung hat einen Wintergarten. Früher haben sie dort gerne gegessen und gefeiert. Das geht nicht mehr, zumal der Ehemann ein Pflege-Fall ist. Unterstützt wird die Ehefrau durch ihre Schwiegertochter. Sie kann das nur begrenzt, denn ihr Ehemann, der Sohn von Waltraut und Eberhard Schmitz, ist verstorben und so ist sie alleinerziehend.

 

Beide Eheleute können Unterlagen bei der Beihilfe beantragen. Aber nunmehr ist die Frau Schmitz nicht mehr dazu in der Lage. Früher hat ihr Ehemann das erledigt. Und das geht jetzt auch nicht mehr, da er ein Pflege-Fall ist und weil er stark eingeschränkt ist. Immerhin kann hier eine Senioren-Assistenten helfen.

Herrn Schmitz geht es immer schlechter, sodass er vermehrt in das Krankenhaus muss. Eigentlich müsste er in eine Pflegeeinrichtung überführt werden. Aber Frau Schmitz lehnt das strikt ab. Dabei hat er schon durch das Dauerliegen einen Dekubitus. Eine Überführung in eine Senioren-Einrichtung lehnt sie strikt ab. Stattdessen sorgt die Seniorenassistentin für eine Kurzzeitpflege.

Bei einem Sturz erleidet Frau Schmitz einen Oberschenkelhalsbruch. Nun kann die Schwiegertochter für ihn einen Platz in einem Heim durchsetzen. Nach ihrer Genesung kann die Ehefrau ihn häufig besuchen. 

Im Heim wird Herr Schmidt so gut gepflegt, dass er sich ein wenig erholen kann.

Währenddessen stürzt Frau Schmidt wieder und schlägt mit dem Kopf auf eine Stufe. Sie wird in ein Krankenhaus gebracht und stirbt dort. Herr Schmidt möchte an der Beerdigung teilnehmen und wird durch mit Hilfe der Seniorenassistentin mit einem Krankentransport dorthin gefahren. So wird er auch zurückgebracht. 

Nach einem Jahr starb Herr Schmitz. 

Frau Schmitz war mit 88 Jahren gestorben, Herr Schmitz mit 93 Jahren.

 

Dies ist sehr traurig – aber sehr lebensnah. So etwas ist so oder häufig der Fall. 

In dieser Zusammenfassung liefert die Verfasserin nur eine Skizze der Geschehnisse. Diese Geschichte wird sehr lebendig erzählt. Immerhin umfasst das Kapitel 13 Seiten. Man liest das Kapitel traurig – aber auch mit der Erkenntnis, dass es auch der Leserin oder dem Leser so bzw. ähnlich passieren kann. So kann man für die eigene Lebensplanung daraus lernen, egal wie alt man auch ist

 

Was sagen wir Kölner mit den Bläck Fööss?

 

Su manscher sitz vielleisch allen zo Huss,

Dä su jään ens widder laachen däät

Janz heimlisch, do wäät hä nur dodrop,

Dat ene zo himm säät

Drink doch ene met,

Stell disch net esu ann,

Du steihst he die janze Zick eröm

Häste och kei Jeld,

Dat es janz ejal,

Drink doch met un kümmer disch net drüm

Und dieses Buch passt genau dazu. Und das macht das zuversichtlich!

 

 

 

i Zu beziehen ist das Buch: 

Bei der Autorin: Angelika Thum-Lutz, Tel.: 0221- 71 25 299

Mail: buchbestellung@seniora-seniorenassistenz.de

Homepage: www.seniora-koeln.de